FILME ALS ANLIEGEN
Von Gott geschenktes Leben
"Sterbehilfe ist nicht Erlösung des anderen, sondern Erlösung vom anderen, weil
man das Leben des anderen nicht mehr ertragen kann." So tippt es der schwer
sprach- und körperbehinderte Fredi Saal in dem Film aus der Reihe "Gott und die Welt" auf seiner Schreibmaschine. Er sieht sich ebenso wie die anderen in dem
Dokumentarfilm der Filmemacher Heidi und Bernd Umbreit zu Wort kommenden
Betroffenen als "vollgültige Schöpfung an". Ob behindert oder nicht - jeder hat ein
uneingeschränktes Recht auf Leben: ob die ältere Frau, die im Film berichtet,
wie sie als Kind im Behindertenheim der Todesspritze der Nazis entging; ob die
Mutter, die erschütternd erzählt, wie sie ihr ungeborenes Kind, das Mißbildungen
aufwies, auf Druck ihrer Umgebung abtreiben ließ; oder die junge Aidskranke.
Daß dies nicht selbstverständlich ist, machten die Umbreits durch einen Hinweis
auf die liberale Gesetzgebung in den Niederlanden deutlich: Dort können Ärzte
unter bestimmten Vorraussetzungen Sterbehilfe leisten, also Menschen töten.
Auch in Deutschland könnte eine ähnliche Entwicklung in ein paar Jahren
bevorstehen, ist es doch schon jetzt so, daß das Lebensrecht eingeschränkt
wird: Kinder im Mutterleib dürfen in den ersten drei Lebensmonaten getötet
werden. Der Film zeigt auf eindrückliche Weise Menschen, die die Euthanasie
als Bedrohung für ihr von Gott geschenktes Leben sehen. Nur Zyniker werden da
noch von "Sterbehilfe" reden.
(Christian Hundhausen)
idea spektrum
Brisanter Film zum Thema Euthanasie (Lebensforum)
Hollands langer Schatten