FILME ALS ANLIEGEN
Brisanter Film zum Thema Euthanasie
"Ich erinnere mich noch ganz
gut, wie zweimal in der Woche eine Ärztin kam, Dienstag
und Freitag. Und hat uns beguckt, ob wir überhaupt
lebensfähig sind... Und wer einmal im Omnibus drin war,
der war ein für allemal drin und verloren fürs
Leben." Ruth S., im Dritten Reich Bewohnerin eines
Behindertenheims, erinnert sich, wie zweimal wöchentlich
Behinderte abgeholt und zur Vernichtung in eine Anstalt
bei Hadamar gebracht wurden.
Diese
grausame Erfahrung stellt Bernd Umbreit seinem Film über
Euthanasie voran. Umbreits Dokumentation beklagt nicht
nur vergangene Greueltaten. Feinfühlig spürt der Film
auf, wo Menschen heute wieder aufgrund ihrer Behinderung
Würde und Lebensrecht abgesprochen wird. 50 Jahre nach
der NS-Vernichtungsaktion forscht Umbreit da nach, wo
heute "Erlösung" praktiziert werden soll. Wir
begegnen Menschen und ihren Gefühlen, die mit dem
ständigen Angebot leben, von ihrer eigenen Existenz
"erlöst" zu werden.
Fredi Saal,
59, Spastiker, verzichtet auf diese Art von Mitleid:
"Sterbehilfe ist nicht Erlösung des anderen,
sondern Erlösung vom anderen, weil man den Zustand des
anderen nicht ertragen kann. Falls ich sterben will, dann
nur auf Grund eigener Müdigkeit und nicht, weil ich
vielleicht als Behinderter anderen Menschen zur Last
falle. Ich nehme mir das Recht, mich meiner Umwelt
zuzumuten. Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Ich
jedenfalls fühle mich als eine vollgültige Schöpfung
Gottes - zumindest die Christen sollten es auch
tun!"
Daß das
Angebot des "schönen Todes" keine Garantie
für ein würdevolles Leben im Alter ist, zeigt das
Beispiel von Martha aus den Niederlanden. 78jährig
fährt sie für jede Behandlung über die Grenze in ein
westfälisches Krankenhaus, weil sie im Falle einer
schlimmen Erkrankung in keinem Fall in ihrem Land
behandelt werden möchte. Dort könnte sie nach geltendem
Recht durch einen Arzt getötet werden, wenn sie zu keinem
deutlichen Widerspruch mehr in der Lage ist.
Gaby, 22,
Psychologiestudentin in Köln und von Geburt an
behindert, sieht sich keiner Bedrohung ausgesetzt, wohl
aber der Diskriminierung durch Menschen, die ihr das
Leben "ersparen" möchten: "Und dann mach
ich mir schon Sorgen, daß man halt sagt: behindertes
Leben kann man ja vermeiden, das braucht man nicht mehr -
und grenzt mich wieder aus."
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Hollands langer Schatten