Der Fortschritt der Medizin ist
ungeheuerlich. Wie am Fließband werden heute Organe
Verstorbener transplantiert. Und tausenden wird damit ein
neues Leben geschenkt. Doch die Medaille hat auch eine
Kehrseite: Die Zahl potentieller Organempfänger wird
immer größer sein als die Zahl der benötigten Spender.
Auf diese Weise gesellt sich zu der Angst vor dem Tod
auch noch die Furcht, nicht lange genug durchzuhalten,
vielleicht sogar, bei der Vergabe von Spendeorganen
übergangen zu werden.
In einem höchst einfühlsamen Beitrag schildert der
ZDF-Film zu diesem brisanten Thema die Nöte von
Menschen, die sich plötzlich mit der Frage der
Transplantation konfrontiert sehen. Die hohe
Glaubwürdigkeit gewann der Beitrag vor allem dadurch,
daß die Autoren nur Betroffene zu Wort kommen ließen:
Patienten, die auf ein Organ warten, Geheilte und
Angehörige Verstorbener, die über ihre Zweifel
berichteten, ob sie die Organe des Toten zur Verpflanzung
freigeben sollten. Das rythmische Klacken des
künstlichen Herzen wird vielen Zuschauern so schnell
nicht mehr aus dem Ohr gehen.
(Peter Ochs)