Wieder einmal hat es
"37°" geschafft, ein breitgetretenes Thema von
einem neuen Standpunkt aus zu erörtern. Und wieder ist
es gelungen, unter Verzicht auf die übliche
Skandalberichterstattung dem Zuschauer einen schwierigen
Sachverhalt ans Herz zu legen: Es ging um Organspenden.
Genauer gesagt, um den Zwiespalt, das Gedankenkreisen,
den inneren Kampf, den Menschen durchleben, die auf ein
Herz oder eine Niere warten - wohlwissend, daß sie sonst
beim Tod auf der Warteliste weit oben stehen. Und es ging
um den Schock, das Wälzen von Argumenten, das Ordnen von
Gefühlen bei Menschen, die vor der Entscheidung stehen,
ob sie die Organe des gerade sterbenden, nahen
Angehörigen zur Entnahme freigeben oder nicht. Der
Mensch stand im Mittelpunkt dieses Films von Heidi und
Bernd Umbreit - und zwar der betroffene: Empfänger,
Wartende und Angehörige berichteten von sich und ihren
Nöten. Ohne neunmalkluge Fragen, ohne abstrakte
Erläuterungen eines Redaktions- oder Wissenschaftsstabs.
Dennoch kamen fast alle Aspekte rund um
Organtransplantationen zur Sprache: von der Frage des
Hirntods bis hin zur Frage: "Was passiert mit meinem
alten Herzen?"
(ipw)