FILME ALS ANLIEGEN


Der Tod auf der Warteliste

Wieder einmal hat es "37°" geschafft, ein breitgetretenes Thema von einem neuen Standpunkt aus zu erörtern. Und wieder ist es gelungen, unter Verzicht auf die übliche Skandalberichterstattung dem Zuschauer einen schwierigen Sachverhalt ans Herz zu legen: Es ging um Organspenden. Genauer gesagt, um den Zwiespalt, das Gedankenkreisen, den inneren Kampf, den Menschen durchleben, die auf ein Herz oder eine Niere warten - wohlwissend, daß sie sonst beim Tod auf der Warteliste weit oben stehen. Und es ging um den Schock, das Wälzen von Argumenten, das Ordnen von Gefühlen bei Menschen, die vor der Entscheidung stehen, ob sie die Organe des gerade sterbenden, nahen Angehörigen zur Entnahme freigeben oder nicht. Der Mensch stand im Mittelpunkt dieses Films von Heidi und Bernd Umbreit - und zwar der betroffene: Empfänger, Wartende und Angehörige berichteten von sich und ihren Nöten. Ohne neunmalkluge Fragen, ohne abstrakte Erläuterungen eines Redaktions- oder Wissenschaftsstabs. Dennoch kamen fast alle Aspekte rund um Organtransplantationen zur Sprache: von der Frage des Hirntods bis hin zur Frage: "Was passiert mit meinem alten Herzen?"
(ipw)

Mannheimer Morgen (26.1.95)


Nachdenklich (Mitteldeutsche Zeitung, 26.1.95)

Sie wollen leben (Hessisch-Niedersächsische Allgemeine Zeitung, 26.1.95)

Der Tod auf der Warteliste